Kultur & Corona

Live-Jazz in Zeiten von Corona, eine Stellungnahme von upArt e.V. 

1. Corona bedeutet für die Musiker*innen genauso wie für die beruflich zuarbeitenden Menschen eine absolute ökonomische Katastrophe.
Neue Formate, Selbsthilfe und Spenden sind willkommen und lobenswert, aber keine dauerhafte Lösung und letztendlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein .
Um die Notlage in dieser Krise zu entschärfen und sinnvollerweise auch dauerhaft abzufedern, bedarf es eines garantierten Mindesteinkommens durch den Staat.
Ebenso müssen für entstandene Kosten, z.B. wegen geplatzter Verträge, die Kosten abgedeckt werden und die Zugänge zu Geldern einfach und die Bezahlung zügig vorgenommen werden.
Eine Trockenlegung der Szene ist nicht hinzunehmen.

2. Als Veranstalter sind wir der Meinung, dass es keine Verhandlungen und Kompromisse geben kann, wie mit dem Virus umzugehen ist.
Wir sind für die Gesundheit unserer Besucher*innen, der Künstler*innen sowie aller Mitarbeiter*innen verantwortlich.
Die Ängste und Befürchtungen sind berechtigt und ernst zu nehmen, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir es zum großen Teil mit älteren Menschen zu tun haben, die objektiv ein größeres Risiko tragen.
Die Gesundheit geht vor und deshalb kommt eine Orientierung an schlechten Beispielen nach unten (z.B. Luftfahrt oder ÖPNV) für uns nicht in Frage.

3. Das Akut-Festival 2020 wird leider ausfallen müssen, wir tun alles dafür, dass es im Herbst 2021 stattfinden kann.

4. Das AKUT wird mit klar definierten Eintrittspreisen arbeiten, nicht zuletzt, weil wir nur mit einer soliden Kostenplanung unterstützt werden.
Nichtdestotrotz lehnen wir Veranstaltungen oder neue Formate, die mit freiwilligen Besucherspenden finanziert werden, nicht prinzipiell ab.
Oft ist dies – und nicht nur wegen Corona – ein guter oder gar der beste Weg eine größtmögliche Kostendeckung zu erreichen. Sowohl für die Veranstalter wie auch für die Künstler.
Denn für eins stehen wir schon immer ein: ein Bühnenauftritt muss anständig bezahlt werden.

5. Neben allen Kunstformen und Musikgenres ist der Jazz unsere Herzenssache: Jazz ist internationale Musik, Jazz ist antirassistisch, Jazz hat seine Wurzeln in gewalttätig erzwungener Migration und steht auf Seiten der Flüchtlinge, der Unterdrückten und Freidenker.
Jazz findet vor dem Hintergrund der Klimakrise, sozialer Ungerechtigkeit und der Auseinandersetzung der Geschlechter statt und reflektiert dies. Ihm gilt unsere Unterstützung

6. Last but not least: Wir danken allen Menschen, die als Amateur oder Profi in dieser Krise ohne Profitgedanken tätig sind und mit Geld und/oder Infrastruktur helfen, die Kultur zu unterstützen. Und wir wünschen uns, dass es immer mehr werden!